WHATEVER IT TAKES - Profil von Grayson Kyle


Grayson Kyle
by Finni
13 Posts
mehrmals Monatlich
residents: 23.02.2021
PN
Face
Daniel Sharman
last visit Vor 6 Stunden
~Loyal | Selbstbewusst
~Sportlich | ~Kompromissbereit
~Zielstrebig | ~Ehrgeizig
~Grüblerisch | ~Wachsam
~Verschlossen | ~Chaotisch
~Impulsiv | ~Ungeduldig
~Schwierigkeiten Nähe zuzulassen
~Lässt sich leicht zu Dummheiten verleiten

Am meisten springt ins Auge, dass Grayson gern einen lockeren Spruch auf den Lippen hat. Er mag es zu Lachen, aber auch anderen dabei zuzusehen. Was hinter seinem Humor und der Fassade des immer zu Spaß aufgelegten Menschen jedoch schwerer zu erkennen ist, sind seine Verlustängste, die ihn stark beeinflussen. So kommt es in seinem Verhalten mitunter auch zu unverständlichen Gegensätzen. Nun erträgt er etwa Einsamkeit nicht gut und braucht immer andere Menschen um sich herum, gleichzeitig kann er aber auch Nähe oft nicht zulassen und zieht sich genauso schnell zurück, wie er mit anderen, ob nun positiv oder negativ, aneinandergerät. Seine Kontaktfreudigkeit und sein Wille andere Menschen bei sich zu haben, liegen im ständigen Konflikt mit der Angst, diese Menschen zu verlieren oder verletzt zu werden. So kann es passieren, dass er einen von sich stößt, wenn man ihm zu nahe kommt, oder er sich von Beginn an vor einem verschließt. Um sich so vor Leid zu schützen leidet er innerlich also oft gerade durch sich selbst, auch wenn man es hinter dem Bild, das er nach außen trägt, meist nicht sieht.

Von Ängsten getrieben ist tief in ihm verankert auch jene, vollständig zu verschwinden, sich durch seine Fähigkeit in seine Bestandteile aufzulösen und sich selbst zu verlieren. So treibt ihn diese Angst auch immer wieder dazu an, sich unabhängig von der Fähigkeit auch charakterlich sichtbar zu machen. Er will gesehen werden, die Aufmerksamkeit auf sich spüren und schreckt auch nicht davor zurück im Mittelpunkt zu stehen - solange man ihn nur nicht übersieht. Zum Teil dürfte dies aber auch mit seiner Vergangenheit zu tun haben.

Neben dem fröhlichen Naturell und den Ängsten ist er aber auch zu ernsteren Gesprächen Fähig. Er kann über viele Dinge in Grübeleien versinken, ist generell ein nachdenklicher Typ und neigt zum sinnieren über den Sinn von allem. Man kann also durchaus auch tiefgründigere Gespräche mit ihm führen. Beschäftigt ihn etwas stark, oder begeistert er sich für etwas, ist er immer mit ganzem Einsatz und voller Aufmerksamkeit dabei. Ohnehin ist er ein zielstrebiger und sehr ehrgeiziger Mensch. Hat er ein Ziel, will er es auch erreichen; egal wie. Unfaire Mittel sind ihm in diesem Fall genauso recht wie alle anderen. In dem Moment fokussiert Grayson sich tatsächlich nur auf das zu erreichende Ziel und schmeißt gern jede Regel über Bord. Er nimmt es sowieso nicht so genau mit Regeln, sie sind immerhin zum brechen da, oder?

Mag
Regen, Spaß, Pizza, Gesellschaft, Comics, Hamster
Mag nicht
Vorurteile, Ungerechtigkeit, Einsamkeit, Alkohol, Rauch, Muscheln
Age
23 Jahre alt
Birthday
14.09.1994
DNA
Inhuman .
Relationship Status
Single
Attitude
Neutral
Abode
New York
Birthplace
New York
Team
Ohne Gruppe
Family
Henry Kyle
Henry hat die Familie verlassen als Grayson knapp 4 Jahre alt war, dementsprechend kann er sich nicht an besonders viel von seinem Vater erinnern. Nachdem seine Mutter starb wurde er entweder nicht aufgefunden, oder wollte seinen Sohn nicht haben - das weiß Grayson bis heute nicht genau, da es ihm nie mitgeteilt wurde.
Angela Kyle
Graysons Mutter starb bei einem Autounfall als er 8 Jahre war, er befand sich mit im Fahrzeug, wurde aber nur leicht verletzt.

Jack & Joanne Hodgins
Pflegeschwester Taylor
Die Hodgins' waren die längste und letzte Pflegefamilie in der Grayson gelebt hat. Es war die vierte Pflegestelle und ein wahrer Glücksfall. Ein weiteres Pflegekind in der Familie war ein Gehörloses Mädchen; Taylor.
Skills
Unsichtbarkeit
Grayson kann vollständig unsichtbar werden und diese auch auf andere Menschen in seiner Nähe ausweiten, allerdings schafft er das meistens nur bei einer Person und braucht diese nah bei sich, da er darin dann doch etwas ungeübt ist und es normalerweise nicht nutzt.

Er ist sehr gut im Umgang mit Messern, gerade das Messerwerfen liegt ihm besonders. Obwohl es eigentlich recht egal ist was er wirft, denn Grayson ist sehr treffsicher. Im Nahkampf ist er zwar nicht herausragend, aber auch nicht völlig unbegabt. Er kann sich verteidigen, mehr Training würde ihm aber sicher auch nicht schaden.
Grayson beherrscht die Amerikanische Gebärdensprache.
Trait
Secrets
Weakness
Verlustängste
Grayson leidet seit seiner Kindheit unter Verlustängsten, alles fing damit an, dass der Vater die Familie verließ. Zu dem Zeitpunkt klammerte er sich sehr stark an seine Mutter, aus Angst, sie könne ihn auch verlassen. Nachdem sie vier Jahre später starb, war es also kein Wunder, dass Grayson sich in der Annahme, alle würden ihn allein lassen, bestärkt fühlte. Seine Ängste wurden größer und er konnte sich nur schwer auf neue Familien einlassen. Durch die daraus entstandenen Verhaltensauffälligkeiten gaben ihn die ersten zwei Pflegefamilien nach einiger Zeit wieder ab, so stellte er schließlich sogar das Reden ein und kapselte sich von seinem Umfeld ab. Es fällt ihm heute noch schwer stärkere Bindungen aufzubauen und Menschen an sich heranzulassen, obwohl er wirklich gern andere Menschen an seiner Seite hätte. Immer noch plagt ihn die Furcht, dass er verlassen wird, oder ihm nahe stehende Personen sterben. Er kann den Gedanken daran nur schwer ertragen, weshalb er emotional lieber Abstand halten will und sich dabei nur selbst weh tut.

Außerdem hat Grayson Angst zu schlafen, da er sehr häufig von Alpträumen gequält wird.

Eine weitere Angst, die Grayson zu schaffen macht, ist die Angst zu verschwinden. Seit er seine Fähigkeiten besitzt, begleitet ihn diese Angst. Er fragt sich, ob es irgendwann passieren könnte, dass er nicht wieder zurück findet, sich selbst verliert und vollständig auflöst. Außerdem ist er sehr unsicher, ob nicht auch andere Fähigkeiten dafür sorgen könnten, dass er in der Unsichtbarkeit stecken bleibt oder ausgelöscht wird. Er bezeichnet es zwar als zerfasern und auflösen, ist sich dabei aber im klaren, dass er unsichtbar eigentlich genauso körperlich vorhanden ist wie jeder andere auch. Trotzdem stellt sich ihm die Frage, ob er beim Tot wieder Sichtbar wird, oder sich tatsächlich auflöst.

Etwas, was er nicht unbedingt laut sagen würde: Es gibt neben seiner Pflegefamilie noch andere, zu denen aus der Not heraus ein sehr zartes Band entstanden ist, auch wenn er es nicht laut sagen würde, es würde dem Ganzen zu viel Realität verleihen und so ganz verstehen tut er es selbst nicht. Als Geheim könnte man bei Grayson schon allein seine Ängste nennen, denn auch diese behält er lieber für sich, genauso vermeidet er es über seine leibliche Familie zu sprechen und geht dem Thema immer aus dem Weg.

Grayson würde niemals zugeben, dass er sich in geschlossenen Räumen sehr unwohl fühlt, vor allem wenn er keinen Fluchtweg zur Verfügung hat, das hat er aber noch nie jemandem erzählt und würde diesen Fakt auch lieber mit ins Grab nehmen, da er es einfach so albern findet.
Sein peinlichstes Geheimnis ist, dass er einmal sichtbar wurde als er nicht besonders viel an hatte. Um genau zu sein nichts. Er weiß selbst dass es eine sehr dumme Aktion war, aber er wollte es mal ausprobieren. Dieses Geheimnis wird er mit ins Grab nehmen, sofern es ihm möglich ist. Ein paar Zeugen gab es ja leider.
Durch zu langen oder starken Gebrauch wird es für Grayson immer schwerer, wieder sichtbar zu werden, da die Unsichtbarkeit für ihn immer natürlicher wird. Gleichzeitig raubt diese ihm aber immer mehr Kraft, womit sie ihn schließlich völlig ausbrennen kann. Es hilft ihm einen "Anker" zu haben. Das können Gegenstände, Personen oder auch Berührungen sein.
Obwohl er seine Kräfte gut unter Kontrolle hat, passiert es, dass sich die Fähigkeit aktiviert wenn er sich erschreckt. Diese Schutzreaktion liegt bei ihm allerdings nicht an mangelnder Kontrolle, sondern ist durch seine Zeit im St. Marcus in ihm verankert.

Trotz allem bleibt Grayson ein Mensch. Er kann sterben, er kann verletzt werden - und nur weil man ihn nicht sieht, heißt es nicht, dass man ihn nicht entdecken kann. Er bleibt körperlich vorhanden. Man kann ihn mit allen anderen Sinnen immer noch wahrnehmen, genauso aber auch mit dem größten Feind in solchen Momenten: Wärmebildkameras, die seine Wärmesignatur natürlich trotzdem erfassen können. Ob er diese mit seiner Fähigkeit auch überlisten kann ist ihm noch nicht ganz klar, seine Versuche dahingehend waren bisher alles Fehlschläge und er glaubt auch nicht ganz daran, dass man seine eigene thermische Strahlung in Unsichtbarkeiten miteinschließen kann.
Hat man keine Wärmebildkamera, kann man ihn immer noch provozieren und so zu unbedachten Handlungen verleiten.

Unabhängig von seinen Fähigkeiten sind seine größten Schwächen wohl sein quasi nicht vorhandener Orientierungssinn und seine Ängste, aber auch seine Pflegefamilie ist definitiv ein wunder Punkt, mit dem man ihn durchaus erpressen könnte.
Handicap
Wusstest du ...

...sich die Unsichtbarkeit für Grayson anfühlt, als würde er unter Wasser getaucht?
...Grayson seine Fähigkeit meistens gar nicht so hilfreich findet?
...er Halbgeschwister hat, von denen er nichts weiß?
...er sehr gut im Umgang mit Messern ist?
...er Hamster niedlich findet?
...er Regen am liebsten mag?
...er unter Alpträumen leidet?
...er Traumfänger nutzt?
...er nicht an Schicksal glaubt?
...Grayson viel verletzlicher ist als er sich gibt?
...er Angst hat andere zu nahe an sich heran zu lassen?
...Grayson absolut unmusikalisch ist?
...er den mit abstand schlechtesten Orientierungssinn der Welt hat?
...Grayson insgeheim ein Fan von Superhelden ist?
History
Grayson Kyle, ein völlig normales, wenn auch eher sensibles Kind mit einer mehr oder weniger glücklichen Kindheit. Bis zu seinem vierten Lebensjahr war die Welt noch vollkommen in Ordnung, danach veränderte sich für ihn alles, auch wenn er an diese Zeit eigentlich kaum wirklich Erinnerungen hat.
Eine seiner ersten bewussten Erinnerungen zeigt das Bild seines Vaters, wie er mit einer Tasche in der Hand das Haus verlässt. Er hatte Grayson noch angelächelt und ihm durch die Haare gewuschelt, während der Junge gar nicht verstand, dass dies das letzte Mal sein würde, dass er seinen Vater sah. Dafür hat sich dieses Bild bis heute in seinem Hirn festgesetzt, als wäre es erst gestern gewesen. Warum Henry Kyle abgehauen war und nie wieder Kontakt zu seinen Sohn suchte, hat Grayson nie erfahren, aber auch ohne das zu wissen war der Junge tief verletzt und machte es seiner Mutter vor allem die folgenden Tage sehr schwer. Er weinte viel, hatte Wutanfälle, fragte immer wieder nach seinem Vater, an dem er sehr gehangen hatte; und wich seiner Mutter schließlich nicht mehr von der Seite. Jede Erklärung warum ihre Situation von nun an so sein würde prallte an dem Kind ab und jedes Mal, wenn seine Mutter versuchte ihm zu helfen, oder sich ein klein wenig von Grayson zu entfernen, wurde es schlimmer. Ein Kinderpsychologe wurde zu Rate gezogen, aber Grayson mochte ihn nicht und zog sich von vielem zurück. Trotzdem nahm seine Anhänglichkeit im laufe der Zeit wieder ab, nur die Angst, dass seine Mutter genauso verschwinden würde blieb. Immer wieder versicherte er sich bei ihr, dass sie zurück käme, oder dass sie noch da war.

Der Junge kam mit der Zeit immer besser mit der Situation zurecht, entwickelte sich weiter und hatte, nachdem er erste Freunde gefunden hat, auch viel weniger Probleme mal allein zu sein. Alles hätte gut werden können. In der Schule lief es bestens - er war nicht unbegabt, und auch so kamen er und seine Mutter gut allein zurecht. Natürlich hatten sie auch ihre schlechten Tage, er war nun mal ein Kind und konnte von Zeit zu Zeit sehr schwierig sein, vor allem wenn er seinen Kopf durchsetzen wollte, seine Mutter ihm aber Dinge verbot. Er hielt schon damals nicht viel von Regeln, war sehr aktiv und hatte eigentlich ständig irgendwas zu tun.

In einer regnerischen Nacht im August kam es dann zu einem weiteren einschneidenden Erlebnis. Er war 8 Jahre alt und sie waren auf dem Heimweg, nachdem sie seine demente Großmutter besucht hatten. Man konnte nicht gut sehen, der Regen war stark, es war dunkel und die Straße unübersichtlich. Und obwohl seine Mutter vorsichtig fuhr, kam es schließlich zu einem Unfall. Es war in einer Kurve, ein Auto überholte sie, Scheinwerfer tauchten plötzlich von vorne auf. Das Auto, das eben noch auf der einen Seite war, war plötzlich vor ihnen, er hörte die Stimme seiner Mutter - im nächsten Moment drehte sich alles, die Welt stand Kopf, alles war in einen Rotschleier getaucht. Für Grayson ging all das furchtbar schnell und gleichzeitig wie in Zeitlupe. Er kann nach all den Jahren immer noch seine Trinkflasche und das Stofftier sehen, wie sie durch den Innenraum segelten. Er sieht in seinen Träumen immer noch seine Hände vor seinem Gesicht durch die Luft fliegen, das Haar seiner Mutter, ihr Kopf, der sich einer weggeworfenen Puppe gleich bewegte. Danach war seine Erinnerung immer Bruchstückhaft und von Schwarzflächen durchbrochen.
Die Welt hing schief, wie eine halb aus den Angeln gerissene Tür, der Gurt drückte Schmerzhaft an seinem Körper. Die Scheiben waren Kaputt, es regnete in den Wagen und aus irgendeinem Grund beruhigte ihn das stetige Prasseln. Er konnte sich nie erklären, warum er den Regen so sehr mochte, obwohl dieser doch mit dem Unfall verknüpft hätte sein müssen - aber in diesem Moment ließ ihn das gleichbleibende Rauschen ruhig werden. Dann sah er vorn seine Mutter, das Geräusch des Regens rückte in den Hintergrund. Sie bewegte sich nicht, ihre blonden Haare waren rötlich verfärbt. Sie hing über dem schlaffen Airbag auf dem Lenkrad, als würde sie nur kurz schlafen. Grayson versuche nach ihr zu rufen, obwohl ihm der Brustkorb so weh tat. Er schrie nach seiner Mutter bis er unkontrolliert zu schluchzen anfing. Er wollte aus seinem Gurt raus, zappelte wild herum, aber er schaffte es nicht ihn zu lösen, sein Arm tat ihm weh, er hatte Kopfschmerzen. Danach konnte konnte er sich nur noch daran erinnern, dass die Dunkelheit plötzlich in blinkendes Licht gehüllt wurde. Er konnte die Menschen draußen hören, sah die Beine - dann tauchten Gesichter auf, Menschen sagten etwas zu ihm, aber er hörte sie nicht wirklich, schaute sie nur an. Erst als sie ihn aus dem Auto befreien wollten kam wieder Leben in seinen Körper, er strampelte, versuchte sich gegen sie zu wehren, er wollte bei seiner Mutter bleiben, die von anderen Leuten aus dem Auto geholt wurde. Der Mann redete auf ihn ein, aber Grayson verstand die Worte nicht. Er hörte erst zu zappeln auf, als die Schmerzen immer stärker wurden und er wieder das Bewusstsein verlor. Danach wachte er im Krankenhaus auf und seine eigene kleine Hölle nahm ihren Lauf.

Er erfuhr, dass seine Mutter tot war, dass die Frau vom Jugendamt nach seinem Vater suchen ließ. Und dass er, nachdem er entlassen wurde, nun erstmal mit ihr mitkommen würde. Er traf auf andere Kinder, die er aber ignorierte, dann verfrachtete man ihn in eine Pflegefamilie. Seine wichtigsten Sachen in einem Müllsack - nicht in seiner Sporttasche, die er so mochte. Die Sporttasche war in dem Auto geblieben. Wie seine Trinkflasche. Und sein Stofftier. Keiner hatte sein Stofftier aus dem Wrack befreit. Keiner.

Die erste Pflegefamilie war furchtbar und es dauerte nicht lange, bis Grayson das erste Mal weglief. Er mochte diese Menschen nicht und die anderen Kinder waren fies. Außerdem wollte er nach Hause. Natürlich wurde er gefunden und wieder zu der Familie zurückgebracht. Beim nächsten Mal und auch beim Mal danach - er kam immer wieder zu ihnen zurück. Sie taten das ganze sicher nicht aus Nächstenliebe, oder aber sie hatten einfach keine Ahnung von Kindern. So genau wusste Grayson das nicht. Zwar wurde er nicht geschlagen, aber wenn man sich nicht wie gewünscht verhielt wurde man dennoch sehr grob behandelt. Und die Prügel übernahmen die älteren Kinder ohnehin mit vergnügen. Bei seinem 5. Fluchtversuch nahmen sie ihn schließlich nicht wieder zurück, er hatte ihr Fenster eingeworfen und ihr Mobiliar beschädigt und ein anderes Kind hatte ihm den Diebstahl des Haushaltsgeldes in die Schuhe geschoben. Er galt nun als “schwierig”.

Die zweite Pflegefamilie war nett und Grayson lebte sich nach etwa 6 Monaten so langsam dort ein. Er kam immer besser dort zurecht, fing langsam an sich irgendwie zu Hause zu fühlen, die Pflegeeltern gern zu haben. Zum ersten Mal hatte er wirklich das Gefühl eine Vaterfigur gefunden zu haben. Vielleicht sogar eine Familie - doch nach nur 10 Monaten gaben sie ihn ab. Er wusste nicht warum, sie sagten dem Amt, er sei zu schwierig, dabei hatte er sich wirklich gut verhalten, sich bemüht. Wieder brach in ihm etwas auseinander, wieder musste er eine Familie zurücklassen. Einen Vater, den er zuletzt nur von hinten sah, als dieser sich von ihm abwandte.

Mit 11 Jahren kam Grayson in die dritte Pflegefamilie, dort gab er sich keine Mühe, er tat nur was er wollte, zeigte sich nur von seinen schlechtesten Seiten. Er prügelte sich, stahl nun tatsächlich, schubste die zwei anderen Pflegekinder herum, wie man ihn herum geschubst hatte und drehte mit allem voll auf. Nichts tat er mit halber Energie, wenn er sich bewegte dann viel und schnell. Er ging quasi über Tische und Bänke, still blieb er gar nicht mehr. Er brüllte herum, blieb respektlos zu den eigentlich furchtbar netten Menschen, die dem “schwierigen” Kind eine Familie geben wollten, die dieses Kind aber auch immer wieder zum Psychologen schleppten. Dass auch diese eine nette und kompetente Frau war, war Grayson aber egal. Er wollte nicht dorthin, er wollte nicht über Dinge sprechen, die er tief in sich vergraben wollte und er wollte auch nicht die Medikamente schlucken, mit denen sie irgendwann ankamen. Er wollte dass ihn alle in Ruhe ließen und vor allem wollte er sich gar nicht erst dort einleben. Grayson wollte gar nicht erst anfangen die Pflegeeltern zu mögen, oder das Mädchen und den Jungen, die beide jünger waren als er. Auch die Psychotante wollte er nicht an sich heran lassen. Denn sie würden ihn ohnehin wieder abgeben. Auch dort würde er kein zu Hause finden, dessen war er sich sicher. Er wollte einfach nicht enttäuscht werden und sabotierte jeden versuch ihm zu helfen.
So kam es, wie es kommen musste. Sie schafften den Alltag mit Grayson nicht mehr, machten sich auch um die beiden jüngeren Kinder sorgen und ließen eine neue Pflegestelle für den Verhaltensauffälligen Jungen suchen. Nachdem er erneut all seine Sachen in einen Sack stopfen musste war Grayson nicht mehr laut. Er verstummte komplett. Er hatte sein Ziel erreicht. Es war gekommen wie erwartet. Er hatte sich zu Recht selbst geschützt. Und gleichzeitig fühlte er sich furchtbar, wieder zerbrach ein Teil von ihm, denn tief in sich drin hatte er es sich doch ganz anders gewünscht.

So kam Grayson schließlich in die vierte Familie. Zu den Hodgins - die nicht locker ließen, die ihn völlig unvoreingenommen aufgenommen hatten. Sie verlangten nicht viel von ihm, gaben sich mit ihm viel Mühe, feierten seinen 12. Geburtstag, unterstützten ihn und sorgten sich. Egal wie schlecht er sich verhielt, sie blieben. Auch wenn er herum brüllte, ohne dabei irgendwelche Worte von sich zu geben - sie blieben und verstanden ihn. Später erfuhr er, dass sie schon andere als schwierig geltende Kinder bei sich aufgenommen hatten, welche die schon älter waren als er.
Zur selben Zeit wie Grayson lebte nur ein weiteres Kind in der Familie, ein gehörloses Mädchen namens Taylor, mit der sie in Gebärdensprache kommunizierten, für Grayson etwas völlig neues, aber auch sehr faszinierend.

Es dauerte sehr lang, aber nach und nach schafften die Hodgins’ es, dass Grayson sich immer mehr öffnete. Er wurde wieder ruhiger und zugänglicher, er machte nicht mehr so viel Quatsch, prügelte sich nicht mehr so viel und macht stattdessen für drei Jahre Kampfsport. Anfangs kommunizierte er, wie Taylor, ausschließlich über Gebärdensprache, bis er mit 14 plötzlich wieder anfing zu sprechen. Erst nur wenig, dann immer mehr. Irgendwann konnte er kaum noch still sein, alles sprudelte aus ihm heraus, als ob er die Zeit des Schweigens aufholen musste. In diesen zwei Jahren gelang es Jack und Joanne immer mehr Zugang zu Grayson zu finden, eine Bindung mit ihm aufzubauen - auch wenn es definitiv Taylor war die am schnellsten einen Draht zu ihm hatte und die er wie eine Schwester liebt.
Grayson hat bis zu seinem Auszug bei den Hodgins gelebt und bezeichnet sie heute längst als seine Familie, als seine Eltern. Zwar wird niemand seine Mutter ersetzen können, aber Joanne ist für ihn gleichermaßen eine Mutter, wie Jack für ihn ein Vater ist.

Die Zeit danach war bis zu einem gewissen Punkt völlig unspektakulär. Grayson hatte wieder ein ganz normales Leben. Zwar hatte er keine engen Freundschaften und schon gar keine Beziehungen - und auch seine Ängste waren geblieben - aber er kam gut damit zurecht. Natürlich hatte er immer noch Alpträume, daran hatte auch die erneute Therapie nichts ändern können, die er schließlich abgebrochen hatte.
Doch wenn eins gewiss war, dann, dass es in Graysons Leben immer wieder einen Wendepunkt gab. So auch 2015. Er hatte sich zum ersten Mal Muscheln besorgt, eigentlich war das ganze nur eine total dämliche Mutprobe mit bekannten, die nicht wirklich etwas mit Mut zu tun hatte. Sie saßen mitten im Park und Grayson sollte nun das vermutlich schleimige Zeug essen. Okay, es war in der Konsistenz echt nicht wie erwartet und insgesamt vielleicht auch nicht ganz so furchtbar wie angenommen, doch passierte dadurch nun etwas völlig anderes und total abgefahrenes mit ihm. Er konnte sich das in dem Moment nicht erklären, es war einfach nur schräg. Aber witzigerweise war ihm schon in dem Moment, in dem er das Zeug runterschluckte bewusst, dass er NIEMALS wieder Muscheln essen würde. NIE. NIE. NIE.

Der ganze Vorgang war einfach nur abgefahren. Etwas, was eigentlich gar nicht passieren sollte, sowas war sicher nicht normal - andererseits galt Grayson seit seinem 8. Lebensjahr nicht mehr als normal, also vielleicht lag es auch daran, aber als er aus diesem Kokon Artigen Ding rausbrach… konnte ihn keiner sehen. Er sprach, berührte andere Menschen, aber diese liefen quasi schreiend weg. Er begriff erst gar nicht, dass er unsichtbar war. Erst als Taylor absolut gar nicht auf ihn reagierte wurde ihm klar, dass definitiv etwas völlig falsch lief. Er spiegelte sich auch in keinen Flächen, seinen Schatten konnte er nirgends entdecken. Dann geriet er in Panik. Und während er panisch total verrückt spielte, wurde er sichtbar. Vermutlich sah er aus wie ein völlig Irrer. Alle möglichen Leute rempelte er an, packte sie an den Schultern und fragte sie ob sie ihn sehen konnten, ließ sie aber stehen und rannte weiter, völlig unkoordiniert marschierte er über die Straße, in New York ein Selbstmordkommando. Er hatte verfluchtes Glück nicht angefahren worden zu sein, trotzdem hatte er danach einen Filmriss und kam erst in einer Klinik wieder zu sich. Dem St. Marcus. Schauplatz seiner nächsten Hölle.

Es wäre verrückt anzunehmen, dass Grayson jenen Ort als etwas anderes bezeichnen konnte. Natürlich traf er dort auf andere Menschen. Menschen die auch Fähigkeiten hatten. Und ja, er hatte schon Superhelden gesehen und war insgeheim ein riesen Fan - aber es war schon eine ganz andere Nummer, wenn aus dem Gedanken, oder der Überlegung… ja vielleicht aus dem Wunsch heraus, irgendwann Wirklichkeit wurde und man plötzlich selbst Kräfte hatte. Ein Held war er natürlich lange nicht, eigentlich wusste er ohnehin nichts damit anzufangen. Da er sowieso weggesperrt war, brauchte er daran auch kaum einen Gedanken zu verschwenden. Was ihn aber am meisten mitnahm waren die Experimente. Er fühlte sich wie diese Laborratten, im Käfig darauf wartend, dass man rausgenommen wurde um als Versuchskaninchen zu dienen. Und keiner weiß, was mit einem passiert, oder wo man ist. Okay, vielleicht wissen es schon Menschen, vielleicht auch Nahestehende, aber die meisten denken man wäre ein normaler Patient. Selbst wenn man es nicht war.
Immer wenn jemand etwas von ihm wollte wurde Grayson schlagartig unsichtbar, aber sie schafften es immer, dass er sich wieder sichtbar machte. Tat er es nicht versuchten sie es mit allen Mitteln. Andererseits konnte ihm auch niemand etwas tun, wenn man ihn nicht sehen konnte. Leider blieb nie viel Raum um unentdeckt zu bleiben. Noch heute wird er schon aus Reflex unsichtbar wenn er sich erschreckt.

Sicher fragt man sich, wieso jemand, der unsichtbar werden kann, nicht einfach abhaut. Aber das liegt wohl hauptsächlich daran, dass man Grayson schlicht nicht sieht, er aber trotzdem noch da ist. Er kann nun mal nicht durch verschlossene Türen gehen. Er ist kein verdammter Geist. Sein Glück war wohl wirklich, dass er dort Leute traf, die waren wie er. Leute die auch dort weg wollten und die viel mehr dazu in der Lage waren als er. Es war Glück, dass ausgerechnet diese Truppe dort zur gleichen Zeit war, auch wenn sie alle so verschieden waren. Und ob man es nun glaubt oder nicht - Grayson hat zu ihnen sogar so etwas wie eine Bindung. Vielleicht nicht super tief, längst nicht so wie zu seiner Familie, und auch nicht zu jedem gleich, aber doch mehr, als zu anderen Menschen. Es war wohl was dran an diesem Spruch, dass eine Notlage zusammenschweißen konnte.
Jedenfalls konnten sie aus dem St. Marcus abhauen - zum Glück! Und in ein halbwegs normales Leben zurückkehren. Okay, ein Leben mit neuen Kräften, aber damit konnte man lernen umzugehen, damit konnte man leben. Und wenn man mal ganz ehrlich ist: Unsichtbarkeit ist in den meisten Situationen doch sowieso total unspektakulär und nicht immer zu gebrauchen. Natürlich - ein Dieb würde sich freuen; aber Grayson brauchte nicht mehr zu stehlen. Trotzdem übte er den Umgang mit seinen Kräften, denn er hasste es dem machtlos ausgeliefert zu sein, spürte schnell seine Grenzen und wie sehr es ihn auslaugte, wenn er es zu lange nicht hinbekam wieder aufzutauchen. Aber auch das bekam er hin. Er wurde nicht mehr so unkontrolliert unsichtbar (oder in blöden Situationen sichtbar) und nicht jeder Stress ließ ihn direkt verschwinden. Trotzdem hielt er sich lieber bedeckt und beobachtete das Geschehen in der Welt. Was sollte er auch großartig tun?

Das hieß natürlich nicht, dass er mit allem einverstanden war, was so abging. Gut, er kannte sicher nicht alle Fakten, wusste eigentlich nur das, was man eben so mitbekam, oder selbst erlebte, aber das etwas gewaltig schief läuft, konnte selbst ein Blinder erkennen. So jedenfalls Graysons Meinung.

Die Trennung von der Gruppe, nachdem sie ausgebrochen waren, war dagegen schwieriger für ihn. Er musste sehr mit sich kämpfen um das ganze nicht als ein Ende zu werten. Der einzige Grund, wieso er sich nicht wieder verlassen fühlte, war vermutlich der, dass immer noch Kontakt zu den meisten bestand. Auch wenn er mehrfach versucht war diesen einschlafen zu lassen, damit er am Ende nicht erst enttäuscht werden musste - doch immer wenn er daran dachte, klingelte das Telefon und Grayson nahm das Gespräch immer wieder ohne nachzudenken an.
Wer glaubt, dass Schweigen Probleme löst, hält sich auch die Augen zu, um unsichtbar zu werden.
Beziehungen
Beziehungen
Familie
Keine Einträge vorhanden!
Liebe
Keine Einträge vorhanden!
Freunde
Irgendwann ist es auch nicht mehr zu leugnen
Bekannte
Keine Einträge vorhanden!
Ungemocht
Keine Einträge vorhanden!
Vergangenes
So ein Ausbruch verbindet, denk ich.

Zweitcharas
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